Stahlröhren in Deutschland

Veröffentlicht in Octal- und Stahlröhren (6K7, ECH11)

Stahlröhren in Deutschland

Mit großer Propaganda und vielem Selbstlob wurden 1938 von Telefunken die deutschen Stahlröhren eingeführt.

Ganz besonders wurde hervorgehoben, dass diese erstmalig alle Anschlüsse auf einer Seite hatten,
also keine obere Gitterkappe mehr, - der einzige Vorteil gegenüber den drei Jahren zuvor erschienen Octalröhren.
Dabei wurde verschwiegen, dass der größte Teil der Technik von den RCA / GE Octal-Metallröhren direkt übernommen  wurde.

Zuvor wurden hoch verstärkende Vorstufenröhren mit Gitterkappen ausgestattet, um die schädliche Kapazität zwischen Steuergitter und Anode gering zu halten.
Telefunken beschritt nun erstmals den Weg, auf diese Gitterkappen zu verzichten und alle Anschlüsse auf nur eine Ebene zu verlagern.

Um dies zu erreichen wurde behauptet, dass das Elektrodensystem in der Röhre liegend (horizontal) in der Röhre montiert sein müsste. Damit wurde zwar Bauhöhe gespart (minimal und meist nutzlos), aber mehr Grundfläche verbraucht (14,52 cm² gegenüber 8,3 cm² der Octalröhren), was zumindest für Kompaktgeräte nachteilig war.

Da diese Methode danach nie mehr angewandt wurde, kann man davon ausgehen, dass sie keinerlei echte Vorteile bietet. Noch nicht einmal Trioden für ultrahohe Frequenzen wie PC86 und PC88 oder supersteile Pentoden wie EF183 und EF184 wurden so gebaut.

Ob man bei Telefunken wirklich glaubte, dass eine einseitige Anschlussebene nur mit einem horizontalen Systemaufbau möglich ist, wissen wir nicht.

Es könnte auch sein, dass diese Bauweise nur gewählt wurde, um die Telefunken- Stahlröhren ganz anders als ihre amerikanischen Vorbilder erscheinen zu lassen, um so behaupten zu können, dass diese viel besser sind. Die kuppelartige Bauform dieser Röhren suggeriert besondere Robustheit, was noch durch die Wortwahl Stahlröhren statt Metallröhren hervorgehoben wird.

 

Das Monopol der einseitigen Anschlüsse für HF- und NF- Vorstufen-Röhren währte für Telefunken jedoch nur sehr kurz. Auf die wuchtigen Telefunken- Stahlröhren ohne Gitterkappe antwortete RCA noch im gleichen Jahr mit den immer noch gleich schlanken Metallröhren ebenfalls ohne Gitterkappe, ohne Änderung des bisherigen Octal-Sockels, ohne die Grundfläche zu vergrößern und ohne das Elektrodensystem liegend montieren zu müssen.

Octal-Sockel (links) und Telefunken- Stahlröhrensockel (rechts) im Vergleich.

Genau wie die  RCA / GE Octal-Metallröhren hatten auch die Telefunken- Stahlröhren einen Bakelit- Sockelboden mit 8 Stiften und dem zentralen Führungsstift mit Führungsleiste, wodurch man die Röhre einfach in die Fassung stecken und solange drehen kann, bis sie einrastet.
Im Innern dieses Führungsstifts ist der Pumpzapfen untergebracht. Seitlich hat dieser Sockelboden vier Aussparungen, in welche ein Blechkragen mittels Einkerbungen diesen Sockelboden festhält.

Der Längsschlitz im Sockelboden unterhalb der 3-Stift-Gruppe ist deutlich erkennbar.

Im Gegensatz zum RCA- Octal-Sockel mit 8 gleichmäßig angeordneten Stiften wurden beim Telefunken- Sockel die Stifte in zwei Gruppen mit 3 + 5 Stiften mit großem Lücken dazwischen angeordnet.

Das Steuergitter befindet sich stets in der 3er- Gruppe, meistens auf dem mittleren Stift. Bei Vorstufenröhren befindet sich die Anode stets in der 5er- Gruppe auf einem der äußeren Stifte. Durch den ohnehin großen Abstand der beiden Gruppen liegen sich demnach Anode und Steuergitter nicht diagonal gegenüber, wie sonst allgemein üblich.

Um die Trennung der beiden Stiftgruppen zu perfektionieren, wurde unterhalb der 3er- Gruppe ein Längsschlitz in den Sockelboden eingearbeitet, in den ein Abschirmblech eingeführt werden kann, das bis zum Metallboden der Röhre reicht und somit eine totale Abschirmung des Steuergitters ermöglicht.

Es sei darauf hingewiesen, dass dieser Aufwand von Trennung und Abschirmung nur bei diesen Telefunken- Stahlröhren zu finden ist. Alle anderen Röhren, auch die moderneren Miniaturröhren mit drastisch kleineren Stiftabständen, kommen erstaunlicher Weise mit enorm weniger Abschirmungsaufwand aus, wenn überhaupt !


 

   

Gemeinsame Bauteile der RCA- Octal- Allmetallröhren früherer Bauart (6Q7) und der Telefunken- Stahlröhren (ECH11)

Wesentliche Elemente der frühen RCA- Metallröhren von 1935 findet man auch wieder in den Telefunken- Stahlröhren, wie die in den Metallboden eingeschweißten Fernico- Durchführungshülsen mit den durch einen Glastropfen isolierten Zuleitungsdrähten, einschließlich der in den Boden eingeprägten Rinne, durch die verflüssigtes Kupfer zur Abdichtung dieser Fernicohülsen geleitet wird. 
(Vollbild durch rechte M-Taste → „Grafik anzeigen“)

Legende:

1 metallische Bodenplatte mit seitlichem Kragen
2 Absaugröhrchen
3 Fernico - Durchführungshülsen
4 Anschlussdrähte
4m Anschlussdraht des Metallgehäuses
5 Glastropfen
6 Haltestäbe / Haltebleche
7 Heizfaden

8 Diodenanoden 6Q7
9 Anode Triode 6Q7
10 Glimmer- Stützplatten
11 Abschirmbleche
13 Schweiß- Saum
20 Sockelkragen
25 Anode Triode ECH11
26 Anode Hexode ECH11

 

Außen einendig, innen immer noch zweiendig !

Wie kam der Horizontalaufbau der Telefunken- Stahlröhren zustande ?

Bild: links das Elektrodensystem einer herkömmlichen Glasröhre mit Quetschfuß, z. B. EF5, EF6 oder EF9,
rechts das Elektrodensystem der Stahlröhre EF11.

Bei beiden Röhren befindet sich am oberen Ende des Elektrodensystems der Steuergitter- Anschluss G1 und am unteren Ende jeweils rechts der Anodenanschluss A.

Bei den bisherigen Vorstufenröhren mit Glaskolben befindet sich das Elektrodensystem auf einem Quetschfußaufbau. Dadurch ergab sich automatisch, dass alle Elektrodenanschlüsse vorzugsweise nach unten durch den Quetschfuß zum Sockel geführt wurden.

Um jedoch die Kapazität zwischen Anode A und Steuergitter (Gitter 1) G1 möglichst klein zu halten, wurde der Gitter 1- Anschluss nicht nach unten, sondern am oberen Ende des Elektrodensystems abgegriffen und nach oben zu einer Gitterkappe herausgeführt.

Anoden- und Steuergitteranschluss befinden sich also an entgegengesetzten Enden des Elektrodensystems !

An diesem Prinzip hielt Telefunken bei der Konstruktion der Stahlröhren eisern fest, - auch hier wurde an einem Ende des Elektrodensystems der Steuergitter- Anschluss G1 und am anderen Ende der Anodenanschluss A angebracht.

Um unter dieser Vorgabe alle Anschlüsse auf eine Sockelebene führen zu können, ist zwangsläufig bedingt, dass das Elektrodensystem liegend, also horizontal angeordnet ist.
Hierzu sind die entsprechenden Sockelstifte oberhalb und unterhalb des Elektrodensystems angeordnet, um auf kurzem Weg für die Elektroden erreichbar zu sein.

Dies führte zu einem Stiftkreis, der größer ist als die Länge des Elektrodensystems. Er besteht aus zwei Stiftgruppen mit oben 3 und unten 5 Stiften, mit großen seitlichen Lücken dazwischen.

Das Steuergitter befindet sich stets in der 3er- Gruppe, meistens auf dem mittleren Stift. Bei Vorstufenröhren befindet sich die Anode stets in der 5er- Gruppe auf einem der äußeren Stifte, die von der Anode besonders gut erreichbar sind.

Bei den Telefunken- Stahlröhren wurde die bisherige Zweiseitentechnik also lediglich auf eine Sockelebene projiziert !

Während man bei Telefunken glaubte oder behauptete, dass eine einseitige Anschlussebene nur mit einem horizontalen Systemaufbau möglich ist, dachte man bei RCA nicht so und antwortete postwendend mit Metallröhren in bisheriger Ausführung, aber ohne Gitterkappe und ohne das Elektrodensystem liegend montieren zu müssen.

Ohne Probleme ließen sich Steuergitter- und Anodenanschluss mittels interner Abschirmung und geschickter Stiftbelegung beide nach unten herausführen.
Genau so wenig war dies für alle nachfolgenden Röhren ein Problem, die immer kleiner wurden bis zu den winzigen Nuvistoren mit kleinsten Abmessungen. Niemals mehr brauchte man Röhren mit horizontalem Elektrodensystem.

 

Stellt man sich spätere Röhren wie ECH81, EF89 und EABC80 in dieser horizontalen Bauweise vor, so hätten diese ein sehr merkwürdiges Aussehen gehabt. Sie hätten wohl kaum dem Geschmack der Konstrukteure entsprochen und wären wohl auch nicht zu einem konkurrenzfähigen Preis herzustellen gewesen.

 Die Telefunken und Philips Vorgeschichte

Telefunken und Philips / Valvo waren zwar Konkurrenten, sie arbeiteten aber auch schon seit langer Zeit zusammen und stimmten ihre Röhren aufeinander ab, um ein Chaos inkompatibler Röhren zu vermeiden. Neue Röhrenentwicklungen erschienen von beiden Firmen immer etwa gleichzeitig und waren gegenseitig austauschbar.

So erschien ab 1935 europaweit von den beiden Marktführern Philips und Telefunken gemeinsam die Außenkontakt- A- Serie für 4 V Heizspannung sowie die C- Serie mit 0,2 A Heizstrom.

1936 brachte Philips jedoch eine neue Röhrenserie heraus, an der sich Telefunken nicht beteiligte. Es war die sogenannte Rote E- Serie, die, wie zuvor, mit Außenkontaktsockel versehen war. Statt silber oder gold war nun die Metallisierungsschicht rot gefärbt, was auch zur Namensgebung verwendet wurde. [8]

Die Heizspannung war nun 6,3 V, womit diese neue Serie in Autoradios für das damals übliche 6 V- Bordnetz wie auch in Wechselstromgeräten mit 6,3 V Heizwicklung eingesetzt werden konnte. Da der Heizstrom der Vorstufenröhren einheitlich 0,2 A war, konnten diese in Allstromgeräten mit den bisherigen End- und Gleichrichterröhren der C- Serie in Reihe geschaltet werden.

Die Vorstufenröhren waren beachtlich kleiner, hatten durch einen sehr kurzen Quetschfußaufbau deutlich kürzere Zuleitungsdrähte, waren insgesamt elektrisch viel besser und hatten auch eine wesentlich geringere Heizleistung gegenüber den vorherigen A- und C- Röhren, mit 0,2 A sogar nur 2/3 der amerikanischen Vorstufenröhren.

Sie waren die preiswerte Glas- Antwort auf die RCA- Stahlröhren und haben teilweise auch als Vorbild für die zwei Jahre später erschienenen amerikanischen GT- Röhren gedient.

Die Gründungsserie von 1936 bestand aus den Typen EK2, EF5, EF6, EB4, EBC3, EL2, EL3, EL5, EZ2 und EZ3. 1937 erschienen noch die Typen EBL1, EH2, EM1, C/EM2, EZ4 und 1938 noch die EAB1, EBF2, EE1, EF8, EF9, EFM1, EK3, EL6 und ELL1. Später kamen noch ECH3, ECH4, ECF1 und EM4 hinzu. Sie wurden mit Ausnahme von Deutschland in fast allen Ländern Europas sehr schnell sehr erfolgreich und wurden daher auch Transkontinental- Serie genannt.

Da Telefunken in Deutschland das Quasi- Röhrenmonopol hatte und die Einführung der fortschrittlichen neuen Roten Philips- Röhren verhinderte, konnte Telefunken es sich bequem leisten, noch zwei oder drei Jahre länger die eigentlich veralteten Röhren der A- und C- Serie weiter zu produzieren. So wurden in Deutschland noch Mitte 1939 Empfänger mit A- Röhren bestückt !

Der Telefunken- Alleingang mit der Nichtbeteiligung an den Roten Röhren ist nur dadurch zu erklären, dass wegen den 1935 in den USA erschienen Octal- Stahlröhren nun auch Telefunken den Entschluss fasste, auf diese Technik einzuschwenken.

Da die geplanten Telefunken- Stahlröhren natürlich ganz anders aussehen mussten, um angeblich besser zu sein als ihre amerikanischen Vorbilder, dauerte es zu deren Erscheinen bis 1938. Erst damit war Telefunken in der Lage, den zwei Jahre zuvor erschienenen Roten Philips- Röhren eine gleichwertige Konkurrenz entgegenzusetzen.

In der Charakteristik sind sich Stahl- und Rote Röhren jedoch sehr ähnlich, es ist offensichtlich, dass hier nach wie vor Technologie- know- how ausgetauscht bzw. übernommen wurde.

So hatten die Stahl- Vorstufenröhren den gleichen Heizungsstandart 6,3 V / 0,2 A wie die der Roten Serie. Die Röhren EB11(Duodiode), EBC11(Duodiode- Triode) , EBF11(Duodiode- Regel- Pentode), EF11(Regel- Pentode), EF12 (Linear- Pentode) , EFM11(NF- Regel- Pentode + Abstimmanzeiger), EL11 (9- Watt- Endpentode), EL12 (18- Watt- Endpentode), EZ11(Autoradio- Gleichrichterröhre) und EZ12 (Netz- Zweiweggleichrichterröhre) sind völlig oder größtenteils Datengleich mit den zuvor oder gleichzeitig erschienenen Roten Philips- Röhren EB4, EBC3, EBF2, EF9, EF6, EFM1, EL3N, EL6, EZ2 und EZ3.

Von den Ende 1938 überholten Typen der Roten Serie EK2, EK3, EM1 und EF5 gibt es keine Stahl-Versionen, aber auch nicht von den zeitgemäßen Typen EAB1, EBL1, EE1, EH2, EL2, EL5 und EZ4. Anstelle der HF- Vorstufenröhre EF8, eine als Pentode arbeitende Hexode mit einem speziellen „Null- Gitter” zwischen Schirm- und Steuergitter, erschien die technisch andere EF13, eine Pentode (oder doch Hexode?) mit Bremsgitter und zusätzlichen Strahlbündelblechen, statt der Doppelendpentode ELL1 gab es die Doppelendtriode EDD11. Die EM4 (Zweibereichs- Abstimmanzeiger), ist elektrisch der EM11 sehr ähnlich, hat jedoch nur ein zweifächeriges statt vierfächeriges Schirmbild und einen erheblich geringeren Kolbendurchmesser.

1938 brachte Philips die «Strahlbündel-Oktode» EK3 als neue Mischröhre der Roten Serie. Deren Kolben hatte die Größe wie die der Endröhren EL3 oder AL4, ihr Systemaufbau ist sogar noch deutlich größer und besteht aus einer hochkomplizierten und daher teueren Konstruktion aus Drähten und Blechen. Auch der Heizstrom ist mit 0,6 A drei mal so groß wie der von zeitgemäßen Vorstufenröhren. Gegen die konkurrierende Triode- Hexode ECH11 hatte sie daher keine Chance und war fast unverkäuflich. Daher war Philips in 1939 gezwungen, die Technik der Telefunken- ECH11 in Form der ECH3 in die Rote Serie zu übernehmen.

[8], [3], [3a].

Nach außen hin verschwiegen beide Hersteller die Zusammenarbeit, und jeder tat so, als ob die jeweiligen Röhren völlig eigenständige Entwicklungen gewesen wären. Der Vergleich von technischen Daten und Ausgabedatum sowie optische Vergleiche der Systeme lassen jedoch entsprechende Rückschlüsse ziehen.

 

Das Telefunken- Röhrenprogramm 1938:

Die neue Röhrenserie von Telefunken von 1938 erschien mit einem umfangreichen Typen- Angebot.

Alle diese Röhren waren mit dem neuen Stahlröhrensockel Y8A ausgestattet und mit Ausnahme von Gleichrichterröhren nun mit der universellen Heizspannung 6,3 V, wie sie die Rote Serie von Philips zwei Jahre zuvor schon hatte.

Die Vorstufenröhren mit 0,2 A Heizstrom konnten in Allstromgeräten zusammen mit den bisherigen End- und Gleichrichterröhren der C- Serie in Serienheizkreisen verwendet werden.

Im Gegensatz zur RCA-Octal-Allmetallserie bestand diese neue Röhrenserie sowohl aus den neuen Telefunken- Stahlröhren, die hauptsächlich für Vorstufen zur Anwendung kamen, sowie auch aus Glasröhren in der bisherigen Quetschfußtechnik, verwendet für End- und Gleichrichterröhren sowie Magische Augen.

Die elektrischen Daten dieser Röhren waren meistens sehr ähnlich der gleichzeitig oder schon zuvor erschienenen Röhren der Roten Serie von Philips.

 

Stahlröhren:

EB11 Duodiode, ähnlich EB4,

EBC11 Duodiode – Triode, ähnlich EBC3,

EBF11 Duodiode – Regelpentode, ähnlich EBF2,

ECH11 Triode – Hexode, ähnlich spätere ECH3,

EF11 Regelpentode, ähnlich EF9,

EF12 HF / NF Pentode, nicht regelbar, ähnlich EF6,

EF13 rauscharme Pentode für HF- Vorstufen, regelbar, funktional wie EF8, jedoch anderes Prinzip,

EDD11 Klasse B – Autoradio- End- Doppeltriode, ähnliche Leistung wie ELL1,

EZ11 Zweiweggleichrichterröhre kleiner Leistung (Autoradio), ähnlich EZ2,

 

Glasröhren mit Stahlröhren- Sockel :

EFM11 Magisches Auge + NF- Pentode, regelbar, außer Sockel wie EFM1,

EL11 Endpentode, außer Sockel wie EL3N,

EL12 Endpentode höherer Leistung, außer Sockel wie EL6,

AZ11 Zweiweggleichrichterröhre, direkt geheizt, außer Sockel wie AZ1

AZ12 Zweiweggleichrichterröhre, direkt geheizt für höhere Leistung, außer Sockel wie AZ4,

EZ12 Zweiweggleichrichterröhre, indirekt geheizt, ähnlich EZ4.

VCL11 Triode-Endtetrode, speziell entwickelt für den "Deutschen Kleinempfänger".

 

Eine früh

empfohlene Serie:


 ECH11   EBF11  EFM11  EL11
 AZ11

Erste Anwendungen:

Eine früh empfohlene Serie zur Bestückung eines Superhet bestand aus den Typen:

ECH11 (Frequenzmischung & Oszillator), EBF11 (ZF- Verstärker & Demodulator), EFM11 (Abstimmanzeige und NF-Vorverstärkung), EL11 (NF- Endstufe) und AZ11 (Zweiweggleichrichterröhre).

Die Triode- Hexode ECH11 war eine schon lange fällige Neuentwicklung, da es mit der bisherigen ACH1 im technischen Stand der RENS- Röhren von 1934 keine Weiterentwicklung der Trioden- Hexoden mehr gab.

Mit der EBF11 erschien in Deutschland 1938 erstmals ein Duodiode – Regelpentode- Verbundröhre, nachdem diese Röhrenart mit den Typen 2B7 und 6B7 schon 1933 in den USA erhältlich war. Da mit der EBF11 die ZF- Verstärkung und Demodulation erfolgte, war beim normalen Superhet nach den Röhren ECH11 und EBF11 der HF- Teil abgeschlossen und es musste nur noch die NF verarbeitet werden.

EFM11 : Magisches Auge + Regel- NF- Pentode; Verbundröhre zur Abstimmanzeige und zugleich NF- Vorverstärkung.

Schon zuvor mit der AM2 hatte sich Telefunken darauf festgelegt, Abstimmanzeige und NF-Vorverstärkung in einer Röhre zu vereinen. Bei der AM2 wird das eingebaute Triodensystem als NF-Verstärker benutzt, während die Anzeige-Steuerspannung dem Gitter des Anzeigesystems zugeführt wird. Genau genommen, hätte die AM2 mit ACM2 bezeichnet werden müssen.

Mit der EFM11 wurde diese Technik weiterentwickelt, indem eine Regelpentode zur NF- Vorverstärkung verwendet wird. Diese Pentode arbeitet mit gleitender Schirmgitterspannung, wobei das Schirmgitter mit den Ablenkstäben des Anzeigeschirms verbunden ist und somit die Schattenwinkel gesteuert werden. Hierzu erhält das Steuergitter das NF- Signal und zugleich auch die Regelspannung.

 

Man hielt diese Röhre als eine besonders trickreiche Konstruktion, indem das NF- Signal abhängig von der HF- Signalstärke geregelt und zugleich durch die gleitende Schirmgitterspannung der Anzeigeschirm entsprechend ausgelenkt wird.
Außerdem war damit die Einsparung einer Röhre möglich, bzw. die Röhrenanzahl braucht trotz Abstimmanzeige nicht erhöht zu werden. Mit der EFM11 konnte dann direkt eine Endpentode EL11 oder EL12 angesteuert werden.

Allerdings erwies sich in der Praxis die Kombination Abstimmanzeige mit NF- Vorstufe als weniger genial, wie gedacht.

Da das Magische Auge EFM11 für die Benutzer gut sichtbar angeordnet sein muss, befindet es sich oft mehr oder weniger entfernt von der Schaltung im Chassis, z. B. im Blaupunkt 6W78 oberhalb der hohen Vertikalskala.

Dadurch werden lange Zuleitungen zum Einbauplatz notwendig, die bei Steuergitter und Anode abgeschirmt sein müssen.

Wegen den langen abgeschirmten NF-Leitungen zur EFM11, sowie deren hohen Klirrfaktors und eines nicht befriedigenden Anzeigebereiches war diese Röhrenkombination bei den Geräteherstellern nicht gerade beliebt und wurde alsbald durch die Zweibereichs-Anzeigeröhre EM11 ersetzt.

 

VCL11 Triode-Endtetrode, wurde speziell für den "Deutschen Kleinempfänger" oder andere einfache und sparsame Einkreis-Empfänger entwickelt. Die Triode arbeitet als Audion- Stufe, die Tetrode als Endröhre mit 0,8 Watt Sprechleistung.
Heizspannung 90 V, Heizstrom der V-Serie = 0,05 A. Die VCL11 ersetzt VC1 & VL1 oder VF7 & VL1.
Außer dem Stahlröhren- Sockel hat die VCL11 nichts mit der Stahlröhren-Serie zu tun.

 

Neuerscheinungen und Ergänzungen 1939:

ECL11 23.Jul.1939 : Funkschau 1939 #30

Triode+Endtetrode .

Aufbauend auf die Entwicklung der Triode-Endtetrode VCL11 entstand die ECL11, ebenfalls eine Triode+Endtetrode, wobei die Endstufe Daten- und Leistungsgleich zur EL11 wurde. Mit dieser Kombination einer Vorstufen- Triode mit einer leistungsfähigen Endtetrode war nun das gesamte NF-Teil in einer Röhre untergebracht.

Auf eine separate NF- Vorstufenröhre, z. B. eine EF12, oder auf die EFM11, die neben der Abstimmanzeige auch die NF-Vorverstärkung liefert, konnte nun verzichtet werden.

Ein Superhet-Röhrensatz konnte nun bestehen aus ECH11, EBF11, ECL11 und AZ11, wodurch eine Röhre eingespart wurde.

EF14

Steile Universal- Pentode 7 mA/V, Uf 6,3 Volt / If 0,47 Ampere. Vorgesehen für Breitband- Verstärkung, z. B. in der sich gerade etablierenden Fernsehtechnik, wie auch für Antennenverstärker, usw.

EM11 Zweibereichs-Anzeigeröhre mit 4 Leuchtwinkeln. 23.Jul.1939 : Funkschau 1939 #30
Die im Vorjahr erschienene EFM11 als Verbundröhre zur Abstimmanzeige und zugleich NF- Vorverstärkung erfreute sich nicht großer Beliebtheit.
Mit der Einführung der ECL11 war dann auch die EFM11 als NF- Vorstufe überflüssig.

Dadurch war der Weg frei für eine Anzeigeröhre (Magisches Auge), die ausschließlich nur der Abstimmanzeige dient, die dies jedoch besser als bisher kann.
Nachdem in Frankreich schon im Februar 1939 von Mazda die 6AF7G, ein Magisches Auge mit zwei Anzeigebereichen und 4 Schattenwinkeln vorgestellt wurde, brachte Telefunken für Deutschland im Juli 1939 die EM11 in gleicher Technik heraus.

Bisher hatten Magische Augen nur einen Anzeigebereich, auch wenn sie mehrere Schattenwinkel hatten. Amerikanische Magische Augen haben nur meist nur einen Schattenwinkel, die AM2 und die EFM11 haben 2 und die EM1 hat sogar 4 Schattenwinkel.

Alle diese Abstimmanzeigeröhren haben den Mangel, den gesamten Feldstärkebereich von ganz schwachen bis ganz starken Signalen nicht eindeutig anzeigen zu können. Führt man ihnen die volle Diodenspannung zu, sind sie schon bei mittleren Signalen voll ausgesteuert und starke Signale ergaben keine weitere Anzeigeänderung mehr. Vermindert man die Steuerspannung in dem Sinn, dass nur bei stärksten Signalen Vollausschlag erzielt wird, ist bei schwächeren Signale kaum noch ein Ausschlag zu erkennen.

Die Lösung dieses Problems wurde mit der Konstruktion von Zweibereichs- Magischen Augen erreicht, wozu auch die EM11 zählt. Im Gegensatz zur EM1, deren vier Ablenkstege alle parallel die gleiche Auslenkung verursachen, sind die vier Ablenkstege der EM11 auf zwei Bereiche unterschiedlicher Ablenkempfindlichkeit aufgeteilt.

Hierzu befindet sich unter dem Leuchtschirm ein Verstärkersystem, das mit dem Leuchtschirm eine gemeinsame Katode, ein Gitter mit unterschiedlicher Steigung und zwei getrennte Anodenbleche hat. Diese beiden Anoden bilden mit den unterschiedlichen Gitterwindungen zwei Triodensysteme mit unterschiedlicher Verstärkung und sind mit je einem Paar um 90° versetzten Ablenkstegen verbunden, woraus sich 4 Schattenwinkel ergeben.

Das empfindliche System ermöglicht nun auf 2 Schattenwinkeln die Anzeige schwacher Signale, wobei das andere fast keinen Ausschlag anzeigt, während umgekehrt das unempfindliche System bei starken Signalen auf den beiden anderen Schattenwinkeln noch eindeutige Ausschlagsänderungen zeigt, wenn das vorherige schon voll ausgesteuert ist.

Etwa zeitgleich zur EM11 brachte Philips mit der EM4 ebenfalls ein Magisches Auge mit zwei Anzeigebereichen heraus, jedoch mit nur zwei Schattenwinkeln.
Wegen dem Stahlröhrensockel ist die EM11 mit 36,5 mm Durchmesser jedoch immer noch so „fett“ wie ihre Vorgängertype EFM11, da gegen ist die EM4 nur 26,5 mm schlank.

 

Vergleich: EFM11: Ø 36,5 mm,  EM4 : 26,5 mm, EM11: 36,5 mm

Fette Magische Augen

Wie schon erwähnt, waren alle Röhren dieser Serie mit dem neuen Stahlröhrensockel Y8A ausgestattet. Wegen dessen Stiftkreisdurchmesser 28 mm mussten auch Glasröhren einen Sockel von 35 mm Ø haben. Für die großen End- und Gleichrichterröhren passte das, sie hatten schon zuvor diese Sockelgröße.

Für Magische Augen, die ja eigentlich Vorstufenröhren sind, stellte dies jedoch ein Problem dar. Obwohl für sie ein schlankerer Kolben genügen würde, mussten die EFM11 und die spätere EM11 mit einem Kolben von 36 mm Durchmesser ausgestattet werden, um in den Sockel zu passen.

Die Konstrukteure der Radios mussten zusehen, wie sie diese fetten Teile unterbringen. Während außerhalb von Deutschland die schlanken Typen EM1 und EM4 mit 27 mm Durchmesser gebräuchlich waren, mussten sich in Deutschland die Konstrukteure mit dem abfinden, was Telefunken bot, Alternativen gab es keine.

 

Erst im Jahr 1950 bemühte sich Telefunken, ein nur noch 31 mm dickes Magisches Auge EM5 herauszubringen und erst 1952, ganze 7 Jahre, nachdem mit dem Deutschen Reich auch das Telefunken- Monopol unterging, brachte Telefunken das Magische Auge EM35 heraus, das mit 27 mm nun endlich genau so schlank war wie die EM34 der Konkurrenz und 16 Jahre, nachdem von Philips die gleich schlanke EM1 erschien.

 

Allstrombetrieb mit Stahlröhren

Die Vorstufenröhren der Stahlröhren- E- Serie mit 0,2 A Heizstrom konnten in Allstromgeräten zusammen mit den bisherigen End- und Gleichrichterröhren der C- Serie mit ebenfalls 0,2 A Heizstrom in Serienheizkreisen verwendet werden. Ein Superhet mit dem Röhrensatz ECH11, EBF11, EFM11, CL4 und CY1 + Skalenlampe + Urdox käme auf eine Gesamt- Heizspannung von ca. 90 V.

Beim Betrieb an 110 V müssten 110 – 90 = 20 V über einem Vorwiderstand vernichtet werden, was noch erträglich wäre, die Gesamt- Heizleistung wäre dabei 110 V * 0,2 A = 22 W.

Bei 220 V Netzspannung müssten jedoch 220 – 90 = 130 V über einem Vorwiderstand vernichtet werden. Für die Röhrenheizung sind dabei insgesamt 220 V * 0,2 A = 44 W aufzubringen, obwohl nur 90 V * 0,2 A = 18 W tatsächlich gebraucht werden, also ein sehr unwirtschaftlicher Betrieb.

 

Die 100 mA U-Serie ab 1939 :

Da mit den bisherigen 0,2 A- Allstromröhren der Betrieb an 220 V sehr unwirtschaftlich ist, wie am obigen Beispiel ersichtlich, wurde eine Röhrenserie mit 0,1 A Heizstrom geschaffen, wodurch sich die Gesamt- Heizleistung bei 220 V mit nur noch 22 W auf die Hälfte reduziert.

Bei den Vorstufenröhren der 100 mA U-Serie war es zu dieser Zeit nicht möglich, diese mit der gleichen Heizleistung auszuführen wie die entsprechenden 6,3V- Röhren, also statt 6,3 V / 0,2 A nun 12,6 V / 0,1 A, entsprechend jeweils 1,26 W.

Man beherrschte es noch nicht, den dünneren und längeren Heizfaden einschließlich Isolation in dem dünnen Katodenröhrchen unterzubringen. Daher musste dieses im Durchmesser vergrößert werden, was auch zu einer größeren Heizleistung von 2 W führte, also 20 V 0,1 A.

Erst später gelang es, U-Röhren mit Heizdaten 12,6 V / 0,1 A herzustellen.

U-Serie:

UBF11

UCH11

UCL11

UY11

 

 

 

 

NF-Verbund -"Stahlröhren" aus Glas ECL11, UCL11 und VCL11

 


Unterschiedliche Bauhöhen.

Innerhalb der Produktionsspanne der Telefunken- Stahlröhren gab es drei verschiedene Bauhöhen.

Die älteste Version A hatte eine Höhe vom Kolben bis zum Sockelboden von 43 mm.

Ab ca. 1940 wurde bei der nächsten Version B die Metallhaube verkleinert, wodurch sich die Höhe zum Sockelboden auf 37 mm verringerte.

Ab ca. 1942 wurde bei Version C die Bauhöhe durch Einsparungen im Sockelbereich nochmal verringert. Der Sockelkragen entfiel, der Sockelboden wurde wesentlich dünner, wobei dieser nur noch durch die Anschlussdrähte gehalten wurde. Obwohl die Metallhaube sogar wieder größer wurde, verringerte sich die Höhe zum Sockelboden auf 35 mm.

Der Führungszapfen ist nur noch 14 mm hoch, während er bei den älteren Versionen 16 bzw. 15 mm hoch war. Hierbei kann es sich jedoch um zufällige Toleranzen handeln. Diese Version wurde dann bis zum Ende der Produktion beibehalten.

 

Philips/Valvo

 

Ein kompletter Röhrensatz Allstrom- U- Röhren UCH11, UBF11, UCL11 und UY11 von Philips- Frankreich.

Bemerkenswert ist, dass die Stahlröhren UCH11 und UBF11 nur mit „Miniwatt“ beschriftet sind, ohne eigentlichen Firmennamen. Wollte sich Philips hier auch namentlich von Stahlröhren distanzieren ?

Es wurde hierbei nur der obere Teil des Logos verwendet, wie es Philips zuerst auf Röhren von Philips-France verwendete, später jedoch nur noch unter der MarkeMiniwatt-Dario“, wobei natürlich „Dario“ zu Philips gehörte. (Siehe Miniwatt- Beispiele EF2 und ECH3 in Bild rechts).

Dagegen sind die beiden Glasröhren UCL11 und UY11 mit dem von Philips- Frankreich üblichen Logo gestempelt.

Diese Röhren waren im Handel im Saarland erhältlich, nachdem das Saarland nach 1945 zum französischen Wirtschaftsraum gehörte.

 

Die Tungsram - Metallglasröhre.

Von den neuen Röhrenserien, die mit einheitlichen elektrischen "Werten in der gleichen äußeren Form und mit gleicher Sockelung von allen deutschen Röhrenherstellern erzeugt werden, weisen einige Typen der Tungsram-Röhren eine interessante neuartige Bauweise auf. Äußerlich gleichen diese Röhren den bekannten Stahlröhren; sie teilen mit diesen auch die konstruktiven Vorteile, die durch den Entfall des Quetschfußes und den stabilen horizontalen Systembau gekennzeichnet sind. Die neuen Metallglasröhren sind jedoch, wie schon der Name sagt, unter weitgehender Verwendung von Glas als Werkstoff aufgebaut. Die Zuleitungs- und Stützdrähte für die Elektroden des Röhrensystems sind direkt in eine Preßglasgrundplatte eingeschmolzen. Die Einschmelzstellen sind längs eines Kreises angeordnet, wobei ihre Aufteilung genau der Aufteilung der Sockelstifte des achtpoligen Röhrensockels entspricht, so daß die Zuführungsdrähte auf dem kürzesten Weg mit den Sockelstiften verlötet werden können und gleichzeitig die Befestigung der Röhre am Röhrensockel vermitteln. In der Mitte der Glasgrundplatte ist ebenso wie bei den Stahlröhren der Pumpstutzen angebracht, der durch den mittleren hohlen Bolzen des Röhrensockels gegen Beschädigung geschützt ist.

Die ausschließliche Verwendung von Glas für den Aufbau der eigentlichen Röhre ergibt sehr geringe Kapazitäten zwischen den einzelnen Elektroden, so daß es, ebenso wie bei den Stahlröhren, möglich ist, alle Anschlüsse an derselben Seite der Röhre herauszuführen und am Röhrensockel anzuordnen. Durch die Anordnung des Gitter- und Anodenanschlusses auf gegenüberliegenden Seiten dies Röhrensockels ist von vornherein die Kapazität zwischen diesen beiden Anschlüssen sehr gering. Sie wird noch weiter durch ein Abschirmblech an der Röhrenfassung vermindert, das in gleicher Weise wie bei den Stahlröhren durch einen Schlitz im Röhrensockel hindurchragt und auch die Anschlußstifte mit ihren Zuführungsdrähten gegeneinander abschirmt. Außerdem ist die ganze Röhrenoberfläche noch mit einer geerdeten Metallbespritzung versehen. Zum Schutz gegen mechanische Beschädigungen ist die Röhre noch von einer am Röhrensockel befestigten Metallhaube umgeben. Wie schon eingangs erwähnt, werden in der beschriebenen Stahglasbauweise vorläufig nur einige Röhren der Röhrenserie für die Rundfunkempfänger des heurigen Jahres gebaut. Die Endröhren und die Gleichrichterröhren von Tungsram werden ebenso wie die entsprechenden Röhrentypen der übrigen Hersteller nach wie vor als Glasröhren mit Quetschfuß gebaut.

Die neuen Metallglasröhren können als eine sehr gelungene Konstruktion bezeichnet werden. Die Vermeidung des Quetschfußes ergibt, wie schon vorhergehend erwähnt, einen sehr stabilen und sehr kapazitätsarmen Systemaufbau bei geringer Bauhöhe. Die ausschließliche Verwendung von Glas als Werkstoff ermöglicht die Verwertung der Fabrikationserfahrungen und -einrichtungen für Glasröhren, insbesondere bezüglich der Evakuierung und der Getterung mit Hochfrequenz-bombarder. Die neuen Metallglasröhren von Tungsram reihen sich daher gleichzeitig den derzeit auf dem Markt befindlichen Röhren an und stellen somit einen wertvollen Beitrag für die Fortentwicklung im Röhrenbau dar.

Aus RADIO-AMATEUR 16.Jahrgang 1939 Heft September 1939

DDR- Glas- "Stahl"- Röhren

 

Lorenz- Glas- "Stahl"- Röhren

 

Telefunken- Glas- "Stahl"- Röhren

Telefunken- Glas- "Stahl"- Röhren

Durch Krieg und Demontage hatte Telefunken seine einzige Stahlröhren- Produktionsanlagen im Werk Berlin verloren und begann daher 1948 in Ulm, die bisherigen Stahl- Röhren in Glastechnik nachzubauen, wie z.B. UCH11g, EBF11g. Diese hatten im Gegensatz zur bisherigen Philosophie nun doch einen vertikalen Systemaufbau. Sie wurden mit einem Glaskolben hergestellt, der wesentlich dünner als der Sockel war, weshalb der Zwischenraum mit Kitt ausgefüllt werden musste. Der Glaskolben entsprach genau dem der Octal- GT- „Bantal”- Röhren, einschließlich deren Pressglasboden mit achtelkreisförmiger Herausfürung der Anschlussdrähte.[5]

 

 

 

Rote Philips- Röhren und Telefunken- Stahlröhren

 

 

 

 

 

 

 

(Wird fortgesetzt)